Warum Warten?

Smartphones in Kinderhänden stellen ein rechtliches Problem dar.

Für ein internetfähiges Smartphone muss ein Vertrag abgeschlossen werden. Das kann nur ein voll geschäftsfähiger Erwachsener machen. Stellt der Erwachsene einem Kind oder Jugendlichen das Smartphone zur Verfügung muss er regelmäßig kontrollieren was das Kind / der Jugendliche damit macht. Die beliebtesten Apps sind ab 13 Jahren (Instagram, Snapchat, TikTok) oder 16 Jahren (WhatsApp, Youtube). Die unterschiedlichen Altersangaben beruhen zum einen auf amerikanischen Vorschriften (Patriot Act), zum anderen auf der Eu-DSGVO. In jedem Fall ist es problematisch einem Kind unkontrollierten Zugang zu diesen Apps zu gewähren.

Smartphones verändern die Kindheit.

Die Kindheit verändert sich.

Draußen spielen, Zeit mit Freunden oder der Familie analog verbringen, Bücher lesen, musizieren wird zugunsten von stundenlangem Snap-Chatten, Instagramm oder YouTube ansehen und sinnlosem Whats-Appen verbracht.

Wenn Kinder zwischen 3 und 7  Stunden täglich vor einem Bildschirm verbringen, werden viele unbedingt notwendige Grundlagen für eine gelungene Kindheit zur Seite gedrängt – nur für das Online Vergnügen.

 

Smartphones können süchtig machen.

Was haben Alkohol und Zigaretten - anders ausgedrückt - Drogen mit meinem Kind zu tun?

Neuere Untersuchungen zeigen das die häufige Benutzung von Smartphones die gleichen Hirnareale anspricht, welche auch bei einer Drogenabhängigkeit, Alkohol- oder Spielsucht aktiviert werden.

Smartphones sind eine Art Glücksspielautomat in den Taschen ihrer Kinder. Dauernd kommen Reize von dem Gerät und führt die Kinder dazu den Smartphones noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die Hersteller dieser digitalen Geräte programmieren Smartphone Apps und soziale Medien so geschickt, um die Menschen länger und länger am Smartphone zu halten; denn damit verdienen sie ihr Geld.

 

Der Fernsehsender Arte hat zu dieser Problematik eine Reihe von Kurzfilmen produziert, welche die Rolle das Dopamins im Gehirn zeigen. Hier eines dieser Videos, die sowohl witzig aufgemacht sind, aber auch sehr viel Information bieten, welche mehr Aktion als zum Nachdenken anregen sollte.

Smartphones lenken vom Lernen ab.

In der Grundschule und der Unterstufe (fünfte und sechste Klasse) werden die Grundlagen für den weiteren schulichen oder später beruflichen Weg der Kinder gelegt. Die Kinder lernen sich zu organisieren, sich an Zeiten zu halten, Projekte durchzuführen und Hausarbeiten zu erledigen. Wenn die Kinder bei den Hausaufgaben oder beim Lernen alle paar Minuten vom Klingeln oder Vibrieren des Smartphones abgelenkt werden, können die Kinder keine Konzentration aufbauen. 

Das führt, nach neueren Studien, zu einem signifikanten Rückgang der kognitiven Leistungen. Schüler müssen wegen der schlechteren Leistungen eine Klasse wiederholen. Lenken Smartphones bei den Hausaufgaben und beim Lernen nicht ab, erreichen die Kinder bessere Leistungen als in Vergleichsklassen mit Smartphonenutzung.

 

Hier muss man wieder auf das Alter achten. Schüler der Oberstufe berichten mir, dass sie erheblich reflektierter mit dem Smartphone umgehen. So schalten sie das Gerät frühzeitig vor dem Lernen aus und nach einer Lernphase nicht gleich wieder an. Das hängt, wie im obigen Film bereits angesprochen, mit der Ausreifung des präfrontalen Gehirns zusammen. Kinder in der Grundschule sind dazu einfach nicht in der Lage, weil dieser Gehirnbereich noch lange nicht fertig ausgebildet ist.

 

Häufiger Smartphonegebrauch verändert die kindlichen Gehirnstrukturen.

Im nebenstehenden Bild sehen Sie eine schematische Zeichnung des Gehirns. Sie sehen die rechte Seite des Gehirns. Vorne ist rechts.

 

Grundsätzlich kann man sagen das die alten Strukturen des Gehirns innen liegen. So zum Beispiel das lymbische System, dass unsere Vorfahren schon evolutionär geprägt hat, da es z.B. über Angriff oder Flucht blitzschnell entscheidet und auch die körperlichen, unbewussten Verhaltensweisen auslöst.

Demgegenüber ist der Frontallappen evolutionär relativ jung. Die präfrontalen Hinrstrukturen kontrollieren unser Verhalten und regeln unsere Emotionen. Auch geplante Verhaltensweisen werden vorausschauend durchgespielt und bewertet. Das eigene Verhalten wird unter Berücksichtigung der Umwelteinflüsse gesteuert. Übereinstimmend wird in der Wissenschaft gesagt, dass das Frontalhirn, der präfrontale Kortex erst mit ca. 20 Jahren ausgereift ist.

 

Ein ebenfalls alter Teil des Gehirns ist das Striatum, das die Funktion für Belohnung und Motivation inne hat. Wenn eine Nachricht auf dem Smartphone eingeht wirkt das auf das Striatum. Damit wir aber nicht übermotiviert sind, hemmt der Frontallappen den belohnenden Effekt. Man spricht von "bottom up" und "top down" Vorgängen. So führen z.B. viele Nachrichten über WhatsApp dazu, dass belohnendes, motiviertes Verhalten entsteht - ein "bottom up" Vorgang des Striatum. Damit diese Verhalten nicht überschießt und unkrontolliertes Verhalten entsteht, hemmt der präfrontale Kortex dieses Verhalten - der "top down" Vorgang. Bei einem süchtigen Menschen kann der "top down" Vorgang das Striatum nicht mehr ausreichend hemmen.

 

Bei Kindern haben wir das große Problem, dass der präfrontale Kortex noch gar nicht ausgereift ist. Also ist die "top down" Kontrolle sehr schwach ausgeprägt. Es gibt Neurologen, die behaupten, dass die Ausreifung des präfrontalen Kortex durch eine übermäßige Smartphone Nutzung der Kinder sogar in seiner Entwicklung gehemmt wird! Durch die süchtig machende Funktion des digitalen Gerätes, können Prozesse, die nur in einem bestimmten Zeitrahmen ihre Wirkung entfalten können, gehemmt werden.

Smartphones stören den Schlaf.

Smartphones haben in Kinderzimmern und / oder Schlafzimmern nichts zu suchen. Das hört man allerorten. Doch halten sich die wenigsten Menschen daran. Das Smartphone dient als Taschenlampe oder als Wecker.

 

Kinder, die ein eigenes Smartphone besitzen, haben sehr häufig einen kurzen und schlechten Schlaf. Auch noch tief in der Nacht kommen Nachrichten rein und müssen beantwortet werden. Das die Nachrichten so ähnlich lauten wie hier, "Alles gut?", "Klar", "Bei mir auch", "Oki", ":-)", ":-))", ... macht die Sache nicht besser.

Wachen Kinder in der Nacht auf, checken sie gleich das Smartphone auf Nachrichten.

Bedenkenswert ist aber auch das digitale Gerät in der Nähe des Körpers während des Schlafes. Es ist zumindest umstritten, dass wegen der geringen Entfernung die Strahlung Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann, vor allem wenn das WLAN eingeschaltet ist.

Auch das Aufflackern des Bildschirms kann den Schlaf beeinträchtigen.

 

Vor allem aber gilt: Eine Störung des Schlafes bei Kindern hat immer negative Auswirkungen auf die Gesundheit; sei es körperlich, seelisch oder geistig.

 

Smartphones stören bei zwischenmenschlichen Beziehungen.

In vielen Gesprächen bedauern Eltern ihren Kindern zu früh ein Smartphone gegeben zu haben.

Das Smartphone stört die Beziehungen in der Familie. Das Eltern-Kind-Verhältnis leidet. Es werden Kleinkriege um Online-Zeiten geführt. Eltern sind verunsichert, weil sie nicht wissen, was ihre Kinder anschauen, mit wem sie verkehren. Kinder dagegen fühlen sich kontrolliert und ausspioniert.

 

Die Zeiten, in welchen sich Kinder "physisch" treffen, nehmen ab. Dafür trifft man sich in Chatgruppen oder bei Online-Spielen.

 

Die amerikanische Jugendpsychologin Jean Twenge hat in einer Langzeitstudie interessantes festgestellt. Denn zufälligerweise fiel in den Untersuchungszeitraum die Einführung der Smartphones. Wenn Kinder heute sagen, sie bräuchten ein Smartphone, um sich mit ihren Freunden zu verabreden, könnte das nur ein Vorwand sein. Denn die Untersuchungen von Twenge zeigen, dass nach der Einführung des Smartphones die Kinder und Jugendlichen sich eher einsam oder ausgegrenzt gefühlt haben.

 

Smartphone-Nutzung kann zu Depressionen führen.

  • Mit einem Smartphone setzen Sie Ihr Kind vielfältigen Gefahren aus: Cyber-Bulling, Cyber-Grooming, Stalking, ...
  • Mit einem Smartphones ist man ganz schnell, ob gewollt oder ungewollt, bei sexuellen Inhalten
  • Viele Führungskräfte im Silicon Valley untersagen ihren Kindern bis zum 14. Lebensjahr die Benutzung von digitalen Geräten, auch Smartphones.

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